Projekt Versorgungskette Palliative Care Kanton Solothurn

Mit dem Projekt Versorgungskette soll in der letzten Lebensphase der Menschen eine umfassende und menschliche Betreuung zu Hause ermöglicht werden. Dazu müssen Patient, Angehörige, Hausarzt und Spitex Hand in Hand zusammenarbeiten. Damit diese komplexe Zusammenarbeit klappt, ist es nötig, dass sich die Leistungserbringer auf gemeinsame Standards einigen. Ein neues App hilft dabei.

In unserer hochaltrigen Gesellschaft, in der – gemäss einer Schätzung des Bundesamtes für Statistik – die Zahl der über 80-Jährigen von 380'000 Personen im Jahre 2010 auf über eine Million Menschen im Jahre 2060 ansteigen wird, wird die Bedeutung von Palliative Care zunehmen. Damit die Lebensqualität und komplexe Betreuung gewährleistet werden kann, wurde das kantonale Projekt Versorgungskette ins Leben gerufen.

Das oberste Ziel dieses Projektes, welches von Hausärzten und der Spitex getragen wird, ist es, die Lebensqualität von Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu verbessern. Dabei ist nicht nur die reibungslose interprofessionelle Zusammenarbeit wichtig, genauso wichtig ist es auch, Standards gemeinsam festzulegen und mit denselben Instrumenten zu arbeiten. Einer dieser Standards ist das interprofesionelle Rundtischgespräch, bei dem der Betreuungsplan erarbeitet wird. Im Betreuungsplan werden alle wichtigen Fragen zur Betreuung und Behandlung des Patienten wie Rollenverteilung, medizinische Massnahmen sowie Wünsche und Hoffnungen des Patienten erörtert und festgelegt.

Damit alle im Behandlungsprozess beteiligten Fachkräfte auf demselben Informationsstand sind, braucht es eine Plattform. Hier schafft die gemeinsam genutzte webbasierte interprofessionelle Krankengeschichte Abhilfe. Die passwortgeschützte und nur von den Beteiligten einsehbare Plattform enthält alle Informationen, die für eine erfolgreiche Zusammenarbeit wichtig sind, darunter Kontaktdaten, Medikamentenplan und jüngste Massnahmen. Die gemeinsame Handhabung dieser webbasierten Krankengeschichte ist ein wesentlicher Kernpunkt der interprofessionellen Umsetzung des palliativen Patientenpfads.

Damit auch vor Ort auf die Krankengeschichte zugegriffen werden kann, entwickelte der Verein palliative so zudem eine App für Smartphones und Tablets. Erfreulicherweise haben sich bereits 15 Spitexorganisationen im Kanton Solothurn für die Anwendung der Palliativ-App schulen lassen. Nur so und mit der Etablierung von regionalen interprofessionellen Teams kann das Ziel einer flächendeckenden ambulanten Palliative-Pflege im Kanton Solothurn erreicht und unnötige Hospitalisationen vermieden werden.

Die Liste der Spitexorganisationen, die die Schulung zur Anwendung der Palliativ-App absolviert haben, finden Sie hier:

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