Tarife / Kosten (Stand 1.1.2017)

Pflegerische Leistungen
Im Rahmen der Neuordnung der Pflegefinanzierung per 1.1.2011 wurde im Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) ein neuer Art. 25a eingefügt, welcher die Pflegeleistungen bei Krankheit regelt. Danach leistet die obligatorische Krankenpflegeversicherung einen Beitrag an die Pflegeleistungen, welche aufgrund einer ärztlichen Anordnung und eines ausgewiesenen Pflegebedarfs ambulant, auch in Tages- und Nachtstrukturen, oder im Pflegeheim erbracht werden.

Tarife für Pflegeleistungen
Fr. 79.80 / Std. für Abklärung, Beratung und Betreuung
Fr. 65.40 / Std. für Untersuchung und Behandlung
Fr. 54.60 / Std. für Grundpflege

Patientenbeteiligung
Die Patientenbeteiligung für den Kanton Solothurn beträgt 20% des höchsten KLV-Tarifes von Fr. 79.80 und beläuft sich höchstens auf Fr. 15.95 pro Tag.
Der Betrag von Fr. 15.95 gilt als maximale Patientenbeteiligung für Erwachsene pro Tag resp. Fr. 5‘821.75 pro Jahr.
Für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Altersjahr wird keine Patientenbeteiligung erhoben. Diese wird von der Einwohnergemeinde am zivilrechtlichen Wohnsitz der versicherten Person getragen. Grundsätzlich steht es den Einwohnergemeinden frei, auch die Patientenbeteiligung für Erwachsene zu erlassen.
Die Patientenbeteiligung wird auf Ihrer Spitex-Rechnung pro 5-Minuten-Zeiteinheit mit Fr. 1.33 in Rechnung gestellt. Pro Einsatz werden mindestens 10 Minuten, dh. Fr. 2.66 Patientenbeteiligung, in Rechnung gestellt. Die Patientenbeteiligung wird nicht vom Versicherer übernommen.

Wegkosten
Mit Merkblatt vom August 2015 hat das Amt für soziale Sicherheit Kanton Solothurn die Verrechnung einer Wegkostenpauschale bei pflegerischen Leistungen gemäss KLV Art. 7 empfohlen. Das Merkblatt ist in Zusammenarbeit mit dem Verband der solothurnischen Einwohnergemeinden (VSEG) entstanden; der Inhalt wird von diesem unterstützt. Die separate Erhebung der Wegkosten zusätzlich zur Verrechnung der Pflegeleistungen im Rahmen der ambulanten Pflege wird im Kanton Solothurn als zulässig qualifiziert. Da der Spitex-Bereich nach der Sozialgesetzgebung ein kommunales Leistungsfeld darstellt, sollen die Einwohnergemeinden grundsätzlich selber entscheiden, ob sie die Wegkosten als gemeinwirtschaftliche Leistungen tragen oder ob diese den Spitex-KlientInnen weiterverrechnet werden sollen. Die Wegpauschale wird durch die Krankheits- und Behinderungskosten der Ergänzungsleistungen zur AHV/IV nicht übernommen.
Auskunft zur Verrechnung der Wegkosten in Ihrer Gemeinde erhalten Sie bei der zuständigen Gemeindeverwaltung oder der für Ihre Gemeinde zuständigen Spitex-Organisationen.
Der Spitex Verband Kanton Solothurn SVKS hat sich klar gegen diese Massnahme ausgesprochen und bedauert diese zusätzliche finanzielle Verrechnung zulasten der Spitex-Klienten. Der Verband wird sich weiterhin gegen die Verrechnung einer Wegpauschale einsetzen.

Nicht-kassenpflichtige Leistungen
Nicht kassenpflichtig sind unter anderem hauswirtschaftliche Leistungen und Pflegeleistungen, die nicht in der KLV aufgelistet sind. Diese Preise legt die Spitex-Organisation in Absprache mit den Gemeinden fest. Nicht kassenpflichtige Leistungen bezahlen die Klientinnen und Klienten grundsätzlich selber. Gewisse Bereiche können durch eine private Zusatzversicherung abgedeckt werden; bitte kontaktieren Sie dazu Ihre Krankenversicherung.

Ungedeckte Spitex-Leistungen können unter Umständen über Ergänzungsleistungen zurückerstattet werden. Menschen im AHV-Alter haben zudem unter gewissen Bedingungen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung; Informationen sind bei den zuständigen AHV/IV-Stellen respektive der Sozialberatungen der Gemeinden erhältlich.

Unfallversicherungen decken in der Regel die vollen Pflegekosten.

Ombudsstelle Kanton Solothurn
Die Ombudsstelle für Menschen in sozialen Institutionen ist die unabhängige Beschwerdestelle für Konflikte im Zusammenhang mit Heimen oder mit der Spitex im Kanton Solothurn. Adresse: Bahnhofstrasse 18, 5000 Aarau / Tel. 062 823 11 66